1783 schlug in Frankreich die Geburtsstunde des Luftfahrzeugs Ballon, mit dem sich der Mensch anschickte, den Luftraum zu erobern. Von Anfang an wurde in beiden Arten Ballon gefahren, mit der Montgolfiere und der Charliere, dem Heißluft- und dem Gasballon. Der Gasballon setzte sich durch und die weitere Geschichte berichtet von zahlreichen spektakulären Ballonaufstiegen und Fahrten. Die erste Freiballonfahrt in Deutschland führte Jean Pierre Blanchard in Frankfurt am Main am 03.10.1785 durch und der erste Freiballonstart eines Deutschen wurde von Professor Wilhelm Jungius am 16.09.1805 in Berlin unternommen. Dann wurde es ziemlich still um den Ballon. Das Ziel ihn lenkbar zu machen, wollte trotz vieler Bemühungen nicht gelingen.
Wann
die Essener zum ersten Mal einen Freiballon gesehen haben, ist nicht
überliefert. Eine Nachricht spricht davon, daß in den vierziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts in dem damaligen kleinen Landstädtchen Essen ein Ballon
aufgestiegen sei. Dies war sicherlich der erste Aufstieg in unserer Stadt. Im
Jahre 1874 versprachen mehrmals erschienene Anzeigen in der "Essener
Volks-Zeitung" für den 27. September eine "Einmalige Luftschiffahrt
von den berühmten Luftschiffern Herrn Schulze und Pander aus Amerika auf ihrer
Durchreise nach Rußland". Dieser Ballonaufstieg fand im Städtischen Garten
(heute Stadtgarten) statt. Das große Erlebnis, bei den Klängen einer
Musikkapelle einen Ballon aufsteigen zu sehen, kostete natürlich
"Entree": 7 1/2 Silbergroschen pro Person, Kinder 5 Silbergroschen.
Die ganze Stadt muß auf den Beinen gewesen sein. Der 16 Meter hohe Ballon mit
einem Durchmesser von 12 Metern konnte nicht ganz gefüllt werden. Es stellte
sich heraus, daß der Gasdruck aus dem städtischen Gasometer nicht ausreichte.
Aus diesem Grund mußte einigen Herren, die 50 Taler für eine Mitfahrt bezahlt
hatten, das Geld wieder erstattet werden. Um 17.30 Uhr stieg der “Coloß"
unter ungeheurer Begeisterung der Menschenmenge auf und nahm die Richtung zum
Steeler Tor. Gegen Ende des Jahrhunderts konnten die Essener oft solche
Ballonaufstiege erleben. Neben anderen stieg mehrfach die Frankfurterin Kätchen
Paulus mit ihrem Ballon auf und zeigte ihre Fallschirmsprünge. Auch Luise
Gierse, die als "Miss Polly" bekannt war, verdiente damit ihr Geld,
so zum Beispiel beim Tierpark in Steele oder beim Tivoli, einem damals
bekannten Ausflugsrestaurant in Stoppenberg. Im Sommer 1899 machte "Miss
Polly" einige Ballonfahrten von der Waldschenke in Borbeck aus. Einmal war
auch der junge Essener Aloys Schulte-Herbrüggen dabei. Es waren keine weiten
Fahrten; die Landeorte lagen in Kettwig und bei Dortmund-Marten. Aber diese
Ballonfahrten waren ein solch eindruckvolles Erlebnis für ihn, daß er später
selbst ein bekannter Ballonpilot wurde.
Schon
früh wurde versucht, den Ballon wissenschaftlich zu nutzen: zur Erforschung der
Atmosphäre und des Wetters durch Meteorologen, Chemiker, Physiker, Mediziner
und Geographen, deren Aufstiege in den unbekannten Luftraum regelrechten
Expeditionen glichen. So kam es, daß in Deutschland am 23.06.1888 die erste
wissenschaftlich-meteorologische Fahrt unter der Leitung von Hans Bartsch von
Sigsfeld stattfand. 1892 stiftete Kaiser Wilhelm II. 100.000 Goldmark für 75
wissenschaftliche Fahrten. 1894 machte Prof. Arthur Berson von Straßburg aus
eine Fahrt und erreichte dabei eine Höhe von 9155 m. Er maß dabei eine
Temperatur von -47 Grad Celsius. Prof. Richard Aßmann hatte mit dem
Aspirationspsychometer ein einwandfrei arbeitendes Instrument zur Temperaturbestimmung
geschaffen.
Der Ballon tauchte zwar auf verschiedenen Kriegsschauplätzen auf, aber er konnte eigentlich nur als Fesselballon und in Form eines Drachenballons zur Beobachtung eingesetzt werden. Auch war bekannt, daß im nordamerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) Beobachterballone eingesetzt worden waren. Im deutsch-französischen Kriege 1870/71 waren aus dem belagerten Paris 57 Ballone mit mehr als 160 Personen, ca. 100.000 kg Post und etwa 400 Brieftauben herausgekommen. Die Armeen mehrerer Staaten Europas stellten Luftschiffer-Bataillone auf, die vornehmlich mit Fesselballonen ausgerüstet waren. Daneben wurden die Offiziere dieser Einheiten bei Freiballonfahrten mit dem Luftraum, mit Wind und Wetter vertraut gemacht. Vor diesem Hintergrund begann eine stürmische Entwicklung der Luftfahrt mit dem und durch den Freiballon. Die Essener haben dabei ein beachtliches Kapitel mitgeschrieben.
Gegen Ende des Jahrhunderts bildeten sich einige Luftschiffervereine; so 1881 in Berlin der "Deutsche Verein zur Förderung der Luftschiffahrt", der 1903 umbenannt wurde in "Berliner Verein für Luftschiffahrt", 1889 der "Münchener Verein für Luftschiffahrt" und 1896 in Straßburg der "Oberrheinische Verein für Luftfahrt".
Damals lebte in Straßburg ein Mann, der später bahnbrechend für die Luftfahrt im Westen wurde: Karl Bamler. Er wurde 1865 in Groß-Cammin, Kr. Landsberg/ Warthe geboren, studierte später Mathematik und Naturwissenschaften an den Universitäten Straßburg und Berlin, legte 1893 seine Staatsprüfung ab und war anschließend bis 1895 Assistent im meteorologischen Landesdienst in Straßburg unter Dr. Hugo Hergesell. 1897 kam er nach Wuppertal-Barmen, Dort hielt Dr. Bamler Vorträge über Wind und Wetter, Atmosphäre, Luftdichte und Temperaturen. Auch die aus dem Korb eines Freiballons aufgenommenen Lichtbilder von Wolkenbildungen, Wetterzeichen, Landschaften und Städten fanden die Zuhörer eindrucksvoll. Es gelang ihm aber nicht, sein Publikum vom Wert und von der Schönheit des Ballonfahrens zu überzeugen; dieser Sport wurde immer noch als eine Sache für Akrobaten und Schausteller angesehen.
Dr. Bamler gab aber nicht auf. Nach und nach gelang es ihm, einige Männer für seine Idee zu gewinnen: Am 15. Dezember 1902 wurde im Saal der "Concordia" in Wuppertal-Barmen unter dem Vorsitz des Barmer Oberbürgermeisters Lentze der "Niederrheinische Verein zur Förderung der Luftschiffahrt" gegründet, der kurze Zeit später umbenannt wurde in "Niederrheinischer Verein für Luftschiffahrt e.V."(NVfL).
In der Satzung stand im Stil der damaligen Zeit: "...Der Verein hat den Zweck, die Luftschiffahrt in den gebildeten Kreisen Deutschlands beliebt zu machen, einen gesunden Luftsport zu pflegen und die wissenschaftliche Erforschung der Atmosphäre nach Möglichkeit zu unterstützen...".
Die wissenschaftlichen Aufgaben wurden besonders herausgestellt. Brauchbare Ergebnisse sollten unter anderem "durch Beteiligung an den internationalen Fahrten durch bemannte Ballone erreicht werden."
Der erste Aufstieg mit dem vom Berliner Verein ausgeliehenen Ballon "Süring" fand am 08.01.1903 in Barmen statt. Ballonführer war Leutnant Davids aus Solingen. Die Fahrt endete in Einbeck. Die zweite Fahrt ging unter Führung von Hauptmann von Rappard von Köln bis Höxter. Es waren also zunächst Offiziere des Preußischen Luftschiffer-Bataillons in Düsseldorf, die das Freiballonführerpatent besaßen, Fahrten durchführten und Anwärter ausbildeten. Alle 32 Fahrten, die bis zum Mai 1904 gemacht wurden, wurden von Offizieren durchgeführt. Der NVfL war der erste zivile Verein dieser Art. Die dabei auch von den Ballonfahrern des NVfL angestellten Messungen, Untersuchungen und Beobachtungen ermöglichten eine breite meteorologische Übersicht. Wenn man die späteren Fahrtenberichte durchsieht, stößt man immer wieder auf die Bemerkung "Wissenschaftliche Fahrt". Dr. Karl Bamler wurde in Anerkennung der wissenschaftlichen Forschungen des Vereins im Jahre 1909 in Monaco zum Mitglied der "Internationalen Kommission für wissenschaftliche Luftfahrten" berufen.
Am 28.12.1902 wurde in Berlin der "Deutsche Luftfahrer-Verband" gegründet. Der NVfL wurde im Jahre 1903 in den Verband als 5. Verein aufgenommen. Im Mai des Jahres 1903 schaffte sich der Verein den ersten eigenen Ballon an, der auf den Namen "Barmen" getauft wurde. Besonders an den "Internationalen Tagen" im Jahre 1903 wurden wissenschaftliche Fahrten unternommen.
Der erste Essener, der bei einer solchen Fahrt als Gast im Ballonkorb stand, war Dr. Gummert. Es wurden Im Laufe der Zeit Fahrten von verschiedenen Städten gemacht. Die erste Freiballonfahrt des Vereins von Essen aus fand 1904 statt. Der erste Essener, der sein Ballonführerpatent machte war Dr. Niemeyer. Vier Fahrten mußte er absolvieren; erst bei der fünften Fahrt durfte er den Ballon selbständig führen.
Dr. Victor Niemeyer, einer der führenden Personen bei der Essener Gruppe, nahm als juristischer Berater der deutschen Delegation des DLV an der Gründung der FAI am 14.10.1905 in Paris teil.
Die deutsche Delegation bestand aus den Herren Dr. Bamler, Geh.Reg.Rat- Prof. Busley, Prof. Hergesell, Freiherr von Hegewald, Major Moedebeck und Major von Parseval. Bei dieser Tagung erlebten die Deutschen zum ersten Mal eine Ballonwettfahrt, und sie beschlossen, ebenfalls eine solche durchzuführen. In Paris fand 1906 auch die erste Gordon-Bennett-Wettfahrt statt.
Im
Jahre 1906 hatte der NVfL bereits über 600 Mitglieder und über 90 Fahrten waren
durchgeführt worden, zum größten Teil mit dem alten Ballon "Barmen"
und dem Ballon "Rhein". In Frankreich wurde ein 1200-cbm-Ballon aus
gefirnißtem Baumwollstoff gekauft.
Am 13. Juni 1906 machte dieser Ballon "Essen", der erste dieses Namens mit einer langen Reihe gleichnamiger Nachfolger, von Essen aus seine Tauffahrt, die nach elf Stunden bei Karlsruhe endete. Neben Dr. Bamler fuhren Dr. Gummert aus Essen und Prof. Silomon aus Barmen mit.
Aus dem in der Folgezeit sehr schnell gewachsenen Niederrheinische Verein entstanden die Sektionen Düsseldorf, Essen und Wuppertal. Später kamen noch die Sektionen Bonn und Saar-Mosel hinzu.
Die erste Aktion der Sektion Essen war die Anschaffung eines weiteren Ballons mit 1437 cbm Inhalt, Er wurde auf den Namen "Bamler" getauft.
Der NVfL hatte sich 1906 an zwei Wettfahrten beteiligt. 1907 verfügte der Verein über sechs Ballone. In Mannheim wurde die zweite deutsche Wettfahrt veranstaltet, Sieger wurde Hauptmann Hugo von Abercron aus Düsseldorf.
Bei den Düsseldorfer Ballon-Wettfahrttagen wurde bei der Zielfahrt Paul Meckel aus Elberfeld mit dem Ballon "Essen" Sieger.
Bei einer weiteren Wettfahrt mußte jeder Ballonführer vor der Fahrt seinen Zielort selbst bestimmen. Dieser mußte 10 km von der holländischen Grenze entfernt oder in einem entsprechenden Umkreis von Düsseldorf liegen. Egon Mensing und Ernst August Schröder aus Essen, mit dem Frankfurter Ballon "Ziegler", lagen mit dem Zielort Kalkar genau richtig; sie gewannen den ersten Preis. Damit hatten beide auch den ersten Sieg nach Essen geholt.
Die
erste internationale Weit-Wettfahrt startete von Lüttich aus am 07.07.1907. Unter
den 13 teilnehmenden Ballonen waren zwei Deutsche; einer von ihnen war der
Ballon "Elberfeld" mit Dr. Niemeyer als Führer. Er wurde von A!oys
Schulte-Herbrüggen begleitet. Sie landeten nach einer Strecke von 440 km und 22
Stunden Fahrt bei Pretzier in der Altmark und wurden damit die Sieger der
Lütticher Weitfahrt. Bei der internationalen Wettfahrt in Brüssel waren 22
Ballone am Start. Sieger wurde Oskar Erbslöh aus Wuppertal. Auch der
Länderpokal, eine hochgeschätzte Trophäe, fiel an Deutschland, denn die Essener
Teilnehmer fuhren eine Gesamtstrecke von 2495 km: ein glänzender Erfolg, der
auch im Ausland viel Beachtung fand. Ein weiterer Höhepunkt war die
internationale Weitfahrt von Brüssel. 23 Ballone waren am Start, darunter die
Essener Dr. Niemeyer mit dem Ballon "Bonn" und Ernst August Schröder
mit dem Ballon "Düsseldorf".
Aloys Schulte-Herbrüggen und sein Wuppertaler Mitfahrer Dr. P .C. Peill stiegen mit dem Ballon "Bamler" (1437 cbm) auf und waren rund 50 Stunden in der Luft. Dabei legten sie 575 km zurück und landeten bei Mauevrier im Departement Maine et Loire in Frankreich. Das war ein Weltrekord, der jahrelang nicht gebrochen wurde.
In den sechs Jahren seines Bestehens hatte der NVfL rund 100 Ballonpiloten selbst ausgebildet: einer von ihnen war Hilde Bamler, die als erste Frau Deutschlands am 12.01.1908 ihr Ballonführerpatent erhielt. 1912 hatte der Verein drei ausgebildete Ballonfahrerinnen.
Die Sektion Essen war um diese Zeit so stark und aktiv, daß sie in den Jahren 1909 und 1910 mit den Ausscheidungsfahrten für das Gordon-Bennett-Rennen betraut wurde.
1912 fand in Essen die Nationale Wettfahrt mit 46 Ballonen statt. Da nicht alle Ballone auf einem Platz starten konnten, wurde geteilt. Die eine Hälfte der Ballone startete auf dem Startplatz bei der Gasanstalt im Essener Norden, die andere Hälfte bei der Zeche Rhein-Eibe in Gelsenkirchen. Während des Startvorgangs kam heftiger Wind auf. Sechs Ballone mußten vor dem Start gerissen werden. Ein Ballon hatte einen Hüllenriß, aber ansonsten gab es keine Schäden. Dr. Henoch startete mit dem Ballon "Magdeburg“. Nach 18 Stunden Fahrt über Thüringen, Plauen, den Kleinen Karparthen, landeten sie.

Das vom NVfL herausgegebene "Ballonjahrbuch 1910/11" weist 1989 Mitglieder aus. Mit den 16 vorhandenen Ballonen wurden 242 Fahrten durchgeführt.
Für diese waren 320.684 cbm Gas zur Füllung verbraucht worden. Da der Deutsche Luftfahrer-Verband (DLV) nur 300.000 cbm Füllgas verbraucht haben mußte, um in der internationalen Vereinigung (FAI) das Maximum von 12 Stimmen für die Freiballonabteilung zu haben, so zeigte sich, daß allein der NVfL mehr Gas verbraucht hatte, als für alle deutschen Vereine notwendig gewesen war.
Bei 242 gemachten Fahrten (1909 waren es sogar 288) wurden 30.477 km in insgesamt 1288 Stunden zurückgelegt. 55 dieser Fahrten waren Nachtfahrten und 74 Fahrten waren in Form von Wettfahrten gemacht worden.
740 Personen hatten an den Fahrten teilgenommen, darunter 41 Damen.
1912/13 wurde die Sektion Essen umbenannt in "Verein für Luftfahrt im Industriegebiet-Sektion des Niederrheinischen Vereins für Luftschiffahrt".
In
den überlieferten Fahrtenlisten findet sich sehr häufig die Eintragung:
"Wissenschaftliche Fahrt". Alle dabei gemachten und gesammelten Daten
und Ergebnisse wurden zur meteorologischen Beobachtungsstation nach Aachen
gesandt.
Daneben wurden auch wissenschaftliche Tage und Wochen veranstaltet. So z. B. stiegen während der Wissenschaftlichen Woche im Jahre 1910 trotz ungünstiger Witterung täglich zwei Ballone auf und brachten wertvolle Ergebnisse mit.
1910 näherte sich der Komet Halley der Erde. Damals verursachte er weit mehr Aufsehen als im Jahre 1986. Es hieß, die Erde käme auf ihrer Bahn durch den aus "giftigen Gasen" bestehenden Kometschweif. Am Abend des 18.05.1910 stiegen in Essen und Gelsenkirchen die Freiballone "Schröder", "Bochum" und "Bamler" mit je zwei Mann Besatzung auf, um während des Durchgangs durch den Kometenschweif wissenschaftliche Messungen vorzunehmen. Im Ballon "Schröder" wurden in mehreren hundert Metern Höhe Luftproben genommen. Eine luftleer gepumpte und zugeschmolzene Flasche wurde aufgebrochen und, nachdem die Luft eingeströmt war, mit glühendem Platindraht wieder zugeschmolzen.
Im
Jahre 1913 kam auf Einladung von Prof. Bamler der Leiter des Wiener Instituts
für Aerophotographie, der Ingenieur Kammerer, nach Essen. In Vorträgen demonstrierte
er die Vorzüge der fotografischen Landvermessung. Das war der Anstoß für den
Essener Apotheker Erich Leimkugel. Er stieg 1913 mit dem Ballon auf. Außerhalb
des Korbes war eine achtteilige Kamera angebracht. So konnten die
fotografischen Glasplatten in wenigen Minuten ausgewechselt werden. Leimkugel
machte Luftaufnahmen aus 600, 900 und 1200 m Höhe. Die Kamera erfaßte ein
Gebiet von 30 Quadratkilometern. Die Luftaufnahmen bewiesen, daß die
vorliegenden stimmten.

Ein
2200 cbm-Ballon, den Krupp von Bohlen und Halbach dem Niederrheinischen Verein
1913 schenkte, wurde auf den Namen „Heinrich Hertz" getauft. Der Ballon
sollte für wissenschaftliche Hochfahrten eingesetzt werden. Aus verschiedenen
Gründen waren diese jedoch nicht realisierbar. Der Verein sah sich außerstande,
an der weiteren Erforschung der Stratosphäre teilzunehmen. Man brauchte
entweder unbemannte Ballone oder besonders ausgerüstete, bemannte Ballone, die
wenigstens 15 km Höhe erreichen konnten. Im Fahrtenausschuß erwog man die Ausrüstung
eines solchen bemannten "Stratosphären-Ballons". Man dachte an eine
Ausrüstung für Ballonfahrer, ähnlich der der Taucher, die luftdicht
abgeschlossen und mit einer Sauerstoffzufuhr versehen sein mußte. Die Kosten
von etwa 30.000 Mark waren für den Verein jedoch zu groß. Das Aufsteigen
unbemannter Ballone zur meteorologischen Beobachtung überließ man dem neuen
Essener Observatorium, das seine Arbeit aufgenommen hatte.

Um diese Zeit konnte Prof. Bamler, er hatte ja Erfahrung auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Meteorologie, die Stadt Essen von der Notwendigkeit einer meteorologischen Beobachtungsstation überzeugen, an der nicht nur die Ballonfahrer interessiert waren, sondern auch Vertreter der Wasserwirtschaft, der Industrie, der Landwirtschaft usw. Am 01.04.1913 wurde das erste meteorologische Observatorium auf dem Hansa-Haus in Essen errichtet. Prof. Bamler, der die Station einrichtete, war auch ihr erster Leiter. Ein umfangreiches Aufgabenprogramm beinhaltete neben dem täglichen Vorhersagedienst, Flugberatungen und hydrologischen Untersuchungen auch erstmals die Messung des Staubgehaltes der Luft im Industriegebiet und die Untersuchung des Einflusses von Feuerungsanlagen auf die Luftverunreinigung. 1930 wurde die Station zum damaligen Sparkassengebäude in die Rathenaustraße verlegt und kam 1934 in ein neues Gebäude auf dem Flughafen Essen-Mülheim. Seit 1926 gab es auch schon eine telefonische Flugberatung, die dann 1927 ebenfalls zum Flughafen kam.
Ab 1935 fungierten diese Einrichtungen als Reichswetterdienst. So ist die heutige Wetterwarte Essen entstanden.
Der erste Weltkrieg und die Nachkriegszeit,
1923 bis 1925 erfolgte die Ruhrbesetzung durch die Franzosen. Nachdem die Franzosen abgerückt waren, fand noch im Jahr 1925 die erste Vorstandssitzung des "Vereins für Luftfahrt im Industriegebiet -Sektion des Niederrheinischen Vereins für Luftschiffahrt" statt.
Der Luftfahrtverein Essen entsteht
im Jahre 1927 aus der Sektion des NVfL. In diesem Jahr fand auch eine völlige Neuorganisation des Essener Vereins statt, der in die Abteilungen für Jungflieger, Ballonfahrt, Motorflug und Segelflug gegliedert wurde.
1927 besaßen die Essener wieder zwei Ballone: "Stadt Essen" und "Karl Bamler". Eine nationale Wettfahrt fand vom Startplatz in Gelsenkirchen aus statt, Erich Leimkugel führte dabei den Ballon "Münster V".
Ferdinand Eimermacher aus Münster und Carl Zech aus Essen nahmen 1928 erfolgreich an dem Gordon-Bennett-Rennen in Detroit, USA, teil. Leimkugel/ Froebel waren Teilnehmer bei dem Rennen 1929 in St. Louis, USA, Die Deutschen, und hiermit auch die Essener, waren wieder dabei.
Trotz dieser Erfolge und aller Bestrebungen konnte man aber nicht an die Leistungen der Vorkriegszeit anknüpfen. Die politischen Verhältnisse und die Wirtschaftskrise ließen es nicht zu.
Dennoch gab es in den folgenden Jahren noch einige Höhepunkte. Einen Wanderpreis, den die Stadt Velbert gestiftet hatte, holte Erich Leimkugel 1928 nach Essen. Erich Leimkugel stieg 1929 mit dem Ballon "Stadt Essen" (2200 cbm) um 19.07 Uhr in Velbert auf. Das mitgeführte Radio hatte eine Rahmenantenne und diente zur Peilung in der Nacht, bei Nebel oder Wolkenbildung.
Leimkugel
machte bei vielen Fahrten neben dem Gelsenkirchener Eduard Raven und dem Wuppertaler
Alexander Dahl, teilweise in Verbindung mit dem Radiosender Langenberg,
erfolgreich Peilversuch zur Standortbestimmung im Ballonkorb, die auch bei
Nachtfahrten funktionierten.
Erlebnisse mit dem Riesenballon
In den Jahren 1932 und 1933 stand dem Verein der fast 10.000 cbm fassende Höhenforschungsballon "Bartsch von Sigsfeld" zur Verfügung, der vor allem dazu gebaut worden war, Flugzeugmotoren in großen Höhen zu testen. Sein Gasinhalt reichte aus, um sechs der "normalen" 1680 Kubikmeter-Ballone zu füllen. Als Ballast verwendete man Eisenstaub oder Feilspäne, die in Papiersäcken an ein Loch im Boden des Korbes geschoben wurden. Bei Bedarf schnitt man die Säcke mit dem Messer auf.
In dieser Zeit machte Auguste Piccard seine Stratosphärenaufstiege im Ballon. Am 27. Mai 1931 drang er mit seinem Ballon, der statt des Korbes eine runde luftdichte Aluminiumgondel trug, die bei Krupp in Essen gefertigt war, bis in die Stratosphäre vor. Er erreichte eine Höhe von 15.781 Metern.
Bei einem zweiten Versuch im Jahr 1932 stieg der Piccard'sche Ballon bis auf 19.940 Meter.
1933 erreichten die Essener Walter Popp, Hilmar Waldmann und Dr. Galbas mit dem Riesenballon "Bartsch von Sigsfeld", der nicht mit dem sonst üblichen Leuchtgas, sondern mit Wasserstoffgas gefüllt war, von Gelsenkirchen aus eine Höhe von 10.500 m.
Der
nächste Start mit der Riesenkugel fand In Gelsenkirchen statt. Im Korb waren
neben dem Wuppertaler Alexander Dahl die Essener Ballonfahrer Walter Popp und
Dr. Galbas. Sie erreichten eine Höhe von 11.075 m. Diese Fahrten dienten der
Klimaforschung, Verbesserung des Sauerstoffgerätes durch Walter Popp, der
Funkeigenpeilung mit Auswertegerät DRP 552 381 und Höhenbestimmung durch
Lichtbildvermessung.
Alexander Dahl machte aus der erreichten Höhe von über 11.000 m Aufnahmen von der Erde, auf denen erstmalig die Erdkrümmung zu erkennen ist.
1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland. Die DELA 1933 fand noch in Essen statt, wobei Ballonaufstiege vor dem Ausstellungseingang stattfanden. 1934 konnte Herbert Pröbsting zusammen mit dem bekannten Wuppertaler Ballonführer Hugo Kaulen mit dem Ballon "Stadt Essen" am Gordon-Bennet-Rennen in Warschau teilnehmen. Als dann der Verein im Jahre 1937 in das Nationalsozialistische Fliegerkorps (NSFK) eingegliedert wurde, hörte das Eigenleben des Luftfahrtvereins Essen auf.
Nach Kriegsende 1945 kam es zu
neuen Kontakten und Treffen der ehemaligen Mitglieder des Luftfahrtvereins
Essen. Am 26.10.1950 wurde der Luftfahrtverein Essen e.V. neu gegründet. 1951
fand wieder ein Ballonaufstieg statt. Gestartet
wurde
bei der Zeche Bonifatius in Essen-Kray.
Mit dem Ballon "Helvetia", der aus der Schweiz nach Essen gebracht worden war, fuhren mit: Herbert Pröbsting, Friedrich Thode und Heinrich Lohmann.
Letzterer erwarb sich besondere Verdienste um den Deutschen Freiballon-Sportverband und war lange Jahre als Vorsitzender der Freiballon-Kommission im Deutschen Aeroklub tätig. Er war auch wesentlich an der Heranbildung einer neuen Generation von Ballonfahrern beteiligt.
Nach
der Freigabe des Luftsports durch die Alliierten stieg dann an der Gruga der
Wuppertaler Ballon "Wicküler-Wuppertaler" auf, und aus Anlaß der
Wiedereröffnung des Gruga-Parks fand an derselben Stelle ein weiterer Aufstieg
dieses Ballons statt. Durch diese beiden Aufstiege wurde die Verbundenheit der
Wuppertaler und Essener Ballonfahrer deutlich, da beide Vereine sich als
Nachfolgevereine des alten "Niederrheinischen Vereins für
Luftschiffahrt" verstanden.
1953 erhielten die Essener Ballonfahrer wieder einen eigenen Ballon. Nach einer vorhergegangenen Werkstattfahrt fand der erste offizielle Aufstieg am 28.06.1953 In Essen-Kray statt. Der 2200 cbm-Ballon erhielt den Namen "Stadt Essen-Ruhrgas".
Mit seinem Sieg bei einer internationalen Wettfahrt in Denain, Frankreich, konnte Heinrich Lohmann an die alte Tradition anknüpfen. Die weitere Entwicklung der Ballonfahrt wurde nun weitgehend von den allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten bestimmt. Leuchtgas wurde nicht mehr hergestellt, und Wasserstoff gab es nur an wenigen Stellen. Die Essener Ballonfahrer fanden Gastrecht auf dem Startplatz des Ballonclub Westfalen e.V. in Marl.
Trotz aller Einschränkungen erlebte der Freiballon in den letzten 20 Jahren eine Renaissance. Dabei half sicherlich die Technik: Autoverfolgung, Sprechfunk, der Transponder zur Identifizierung des Ballons per Radar, neue Hüllenstoffe usw. Damit fand die Ballonfahrt ihren Platz in der technisierten Welt der Luftfahrt.
Mit dem Himmelfahrtstag 1970 begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Essener Ballonfahrt. Rund 15.000 begeisterte Zuschauer erlebten bei strahlendem Wetter den Aufstieg von elf Ballonen von der Festwiese an der Gruga. Es war Fuchsjagd um den Underberg-Pokal.
Es
folgten auch viele Fahrten mit prominenten Gästen wie z.B. dem Essener
Ratsherrn Helmut Karnath, dem Essener Oberbürgermeister Horst Katzor, dem
Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen Dr. Burkhard Hirsch oder dem
Altbundespräsidenten Dr. Walter Scheel.
Wie es für jeden Neuling Brauch ist, wurde auch Dr. Scheel mit Sekt und Sand getauft. In Anspielung auf seine Sangesfreude erhielt er den Namen "Fürst Walter, der Barde zu Burg Vischering. Die DELA 75 brachte eine große Wettfahrt von der Festwiese aus, wobei das Kleinluftschiff die aufsteigenden bunten Kugeln umkreiste. Einige Tausende Zuschauer erfreuten sich an diesem großartigen Anblick. Zwei Jahre später wurde während der DELA 77 wiederum eine Wettfahrt von der Festwiese aus gestartet. 16 Gasballone stiegen auf.
Von der Gruga aus fand eine Wettfahrt von "Heißlüftern" statt.
Inzwischen
hatte sich die Montgolfiere, bedingt durch neue Materialien und durch
technische Verbesserungen, zum modernen Heißluftballon entwickelt. Das Auf- und
Abrüsten ist nicht so arbeitsaufwendig wie beim Gasballon, aber andererseits
ist er nicht für Weitfahrten geeignet. Er wird gern benutzt, um "nach Feierabend
noch eine Stunde zu fahren". 1978 erhielten die Essener Ballonfahrer ihren
ersten eigenen "Heißlüfter" mit dem Namen
"Messer-Griesheim"
In den folgenden Jahren lagen die Hauptaktivitäten der Essener beim Fahren mit dem Gasballon.
In den 80er Jahren besaß die Ballonabteilung im LVE 5 Gasballone und einen Heißluftballon. Damit wurden 150 Fahrten mit 563 Teilnehmern gemacht.
Bei der Teilnahme an der 9. Carl-Götze-Fahrt von Düsseldorf-Eller aus landete Rolf Eck am Stadtrand von Paris und erreichte damit den 3. Platz. Bei einer anderen Leistungsfahrt fuhr er von Augsburg 610 km bis ins belgische Tielt bei Brügge.
Willi Eimers fuhr 1982 das erste Mal "gen England", ließ 1984 eine Skagerraküberquerung mit Landung in Norwegen nach gefahrenen 1097 km in 30:43 Stunden folgen, um dann 1993, 1994 und 1996 jeweils wieder nach England zu fahren. Bei seiner Englandfahrt 1994 überfuhr er dabei noch die Irische See um dann 1.019 km weiter und 18:40 Stunden später auf der Grünen Insel zu landen.
Bedeutsam
war sicherlich auch das sogenannte "Puderquasten Derby", das am
17.06.1983 vom Hallo-Park in Stoppenberg aus gestartet wurde: eine Wettfahrt
nur für Pilotinnen. Vom Essener Verein waren zwei Pilotinnen am Start: Gerda
Barleben mit dem Ballon "D-Ruhrgas" und Ingrid Nagel mit dem Ballon
"D-Karstadt". Während Ingrid Nagel den 3. Platz belegte, landete
Gerda Barleben im Königsforst bei Köln, neben dem einzigen befahrbaren Weg weit
und breit. Als "Letzte" wurde ihr eine "Puderquaste"
überreicht.
1979 nahmen Jürgen Nagel und Peter Barleben mit dem Ballon "Stadt Essen" an einer Wettfahrt hinter dem "Eisernen Vorhang" in Lodz / Polen teil und 1980 beteiligten sie sich an einer Wettfahrt in der damaligen Tschechoslowakei. Startort war Tabor, Landeort Kozlo.
Nach Fortfall des "Eisernen Vorhanges" und der Europäischen Entspannung werden jährlich viele internationale Wettbewerbe durchgeführt, an denen sich ständig Essener Piloten beteiligen.
Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei die Gordon Bennett Rennen ein, werden diese doch unter den Fachleuten als Weltmeisterschaft im Gasballonfahren angesehen.
Sieger wird, wer ohne Zwischenlandung die längste Strecke zurücklegt. Teilnehmer werden vom jeweiligen Nationalen Luftfahrtverband entsandt, je Land können max. 3 Teams teilnehmen.
Ganz besondere Lorbeeren hat sich
dabei der jetzige Leiter der Ballonabteilung im LVE,
Alpenfahrten
sind wohl der Traum eines jeden Ballonfahrers. Seit 1985 erfüllen sich Essener
Ballonfahrer regelmäßig diesen Traum. Früher von Mürren im Berner Oberland /
Schweiz, nun von Kandersteg aus führen die Fahrten über die höchsten Gipfel der
Schweizer Alpen, alle mehr als 4000 m hoch, so daß eine Fahrt- besser
Überfahrthöhe von mehr als 5000 m eher der Regelfall ist. Natürlich mit
Sauerstoff in Flaschen an Bord und nach strengen Sicherheitsregeln. Die
Landeorte sind dann zum überwiegenden Teil in der italienischen Po-Ebene oder
am Rande der Abruzzen. Auch vor den Toren Venedigs mußte schon gelandet werden,
weil sonst eine Überquerung der Adria und Einfahren nach Jugoslawien, damals
noch gesperrt, die Folge gewesen wäre.
Im Rahmen des "Deutschen
Dezentralen Leistungswettbewerbes für Gasballone" startete
Nach einer Fahrtzeit von 19:11 Stunden hatten Sie. 806 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 42 km/h zurückgelegt. Von 41 mitgeführten Ballastsäcken wurden 22 verbraucht.
Die Zeitschrift "Luftsport international" schrieb dazu: "Eine Jahrhundertfahrt ist geglückt. Zum erstenmal fuhr ein Ballon von Westfalen nach England".
Nach Norwegen
1984
gelang
Nach fast 31 Stunden waren sie auf norwegischem Boden, nur 2 km von der schwedischen Grenze gelandet. Vier Länder hatten sie überfahren - Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden - und landeten dann in Norwegen, Nur 3,5 km fehlten zur 1.100 km-Strecke.
Zu einer festen Einrichtung der Ballonabteilung des LVE ist inzwischen die "Gasballon-Dauerwettfahrt um den Friedrich Thode Wanderpreis, kurz Friedrich Thode Wettfahrt" geworden, die zum Gedenken an den ehemaligen Essener Ballonfahrer durchgeführt wird.
Bei der ersten Friedrich Thode
Wettfahrt am 14. / 15. Juni 1986 starteten
Die
3. Friedrich Thode Wettfahrt ging 1991 nach Nord-Ost und endete für fast alle
der 10 Teilnehmer in Mecklenburg/Vorpommern. Das waren nach 15 Stunden Fahrzeit
und 500 km Entfernung.
Walter Müller besuchte in seiner Eigenschaft als Präsident des Deutschen Freiballonsport-Verbandes nach der Grenzöffnung im November 1989 die Stadt Bitterfeld, eine Hochburg der Ballonfahrerei vor dem Krieg. Dort gründete sich der traditionsreiche Bitterfelder Verein neu. Die Bitterfelder erhielten einen Ballon: Korb, Netz und Zubehör stifteten die Marler. Die 1050 cbm-Hülle des "D-Karstadt" gab der Luftfahrtverein Essen dazu. Daraus entstand der neue Ballon "D-Bitterfeld".
Vor 10 Jahren konnte noch stolz berichtet werden, daß der LVE 6 Gasballone sowie 2 Heißluftballone besitzt, die von 19 Freiballonführerinnen und -führern in die Luft gebracht werden Die Abteilung bestand aus insgesamt 42 Mitgliedern.
In den letzten 10 Jahren hat sich
eine starke Umstrukturierung ergeben. Ein Großteil der "alten"
Ballöner mußten oder wollten aus den unterschiedlichsten Gründen ihre
ballönerischen Aktivitäten beenden. Die Nachwuchsausbildung verlief zögernd.
Vielen jungen Mitgliedern war die Ausbildung zum Gasballonpiloten zu langwierig
und kräftezehrend. Heißluftfahren ist bequemer, nicht so zeitaufwendig und
preiswerter. Hinzu kommt das größere Interesse von Funk und Fernsehen für die
bunten Luftfahrzeuge am Himmel, die sich feuerspeiend in den Himmel erheben.
Doch unter der rührigen Führung des in Ballönerkreisen weltbekannten
Leistungsfahrers

Seit
100 Jahren erleben Essener Bürger den Traum vom Fliegen, und lang ist die Liste
der Mitfahrer und Gäste, die sich einen Logenplatz am Himmel wünschen. Dieser
Traum des Ikarus, der tief in uns Menschen wurzelt, ist es, der das
Freiballonfahren in Essen bis heute so lebendig erhalten hat und fortdauern
lassen wird. Im Zeitalter des Jet-Fluges zu den schönsten Urlaubsparadiesen der
Welt erleben viele Essener ihren Traum vom Fliegen in einem modernen Flugzeug.
Nur Abenteurer und Romantiker, so könnte man meinen, steigen heute noch in den
engen Korb eines Freiballons ein. Nein, es sind viele Gründe, die Essener
Bürger in der Vergangenheit zu Fahrten im Freiballon bewegt haben und in
Zukunft zu einem Aufstieg mit dem ältesten Luftfahrzeug noch verlocken werden. Die
Essener Freiballonführer haben und werden sich weiterhin in
einem
der schönsten Luftsportarten messen, um mit anderen Kameraden aller Nationen zu
guten Leistungen in Fahrtstrecken, Fahrtzeiten, in Höhe und in der genauen
Zielfahrt zu kommen. Dieser Sport gibt dem Verein Leben und immer wieder neue
Impulse.

Fast 107 Jahre, einiges neu, vieles bewährt.
Auch der Ballonsport in Essen unterliegt dem ständigen Wandel. Nach langjähriger Vorstandsarbeit von Wilhelm Eimers und Volker Ricken, hat nun die nächste Ballönergeneration übernommen. Thomas Leyser, Christian Eck und Peter Richter bilden nun seit rund zwei Jahren den Abteilungsvorstand der Abteilung Freiballon im Luftfahrtverein Essen e. .V..
Der Ballonfahrtverein Essen e. V. entsteht
im Jahre 2009 durch Abspaltung zur Neugründung der Abteilung Freiballon aus dem Luftfahrtverein Essen. Nun sind die Mitglieder dieses Vereins völlig eigenständig und können ihr Vereinsgeschehen so gestalten, wie es die Mitgliederstruktur und der Luftfahrzeugpark möglich und erforderlich machen. Geblieben sind die Menschen, die Faszination und die Tradition.